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Website-Konzeption 2018: Holistisches Design für One- und Multi-Pager

Webseiten mit vielen URLs und kurzen Inhalten war gestern: Lange und umfangreiche Seiten sind Trend. Sie sind meist deutlich erfolgreicher [Infografik]

Der Trend zum One-Pager oder Long-Pager kommt einerseits aus dem Benchmark-Vergleich mit Wikipedia: Sehr umfangreiche und lange Artikel ranken meist sehr gut. Dazu kommt das Nutzerverhalten auf mobilen Endgeräten, die mittlerweile einen Großteil des Internet-Traffics ausmachen: Sie scrollen eher als dass sie klicken und nehmen sich im Schnitt rund 1/3 weniger Zeit zum Surfen auf einer Webseite. Somit werden immer häufiger ehemals kurze Seiten und einzelne URLs zu sogenannten holistischen Seiten zusammengefasst, um die Navigation zu erleichtern, Nutzer länger auf einer Webseite zu halten und so eher zur Conversion (Anfrage, Kaufe) zu überzeugen. Wer heute allerdings auf so eine moderne Seite setzen will, sollte nachfolgende Regeln beachten, die ich in dieser Infografik zusammengefasst habe:

Infografik

Website-Konzeption 2018: Holistisches Design für One- und Multi-Pager
Das sollte man bei der Planung einer Landingpage oder beim Relaunch beachten

Infografik Blueprint Website Relaunch Landingpage Konzept

Download Infografik „Website- und Landingpage-Konzeption 2018”

Keywords

Grundsätzlich empfehle ich dass du dich bei holistischen Webseiten auf „middle tail Keywords“ konzentrierst. Das sind Suchbegriffe, die aus 2 bis 3 Wörtern bestehen. Hier sind die Chancen, gute SEO-Rankings und zusammen mit Google AdWords Werbung ordentliche Conversions zur erzielen, am höchsten. Auch die Verweildauer lässt sich so gut optimiere. Diese zählt zu den wichtigen Nutzersignalen, die Google bei der Bewertung der Relevanz einer Website berücksichtigt.

Auf längere Suchbegriffe, sogenannte „long tail Keywords“, sollte dagegen auf Unterseiten optimiert werden, da dadurch die Klickrate (engl. click through rate) und Absprungrate verbessert werden kann. Beides sind ebenso wichtige Nutzersignale zur SEO. So packen wir FAQ-Bereiche und spezielle Themenseiten, die wir auf Volltextfragen optimieren, auf Unterseiten.

Es ist fast unmöglich, zu stark unterschiedlichen Suchbegriffen mit einer einzigen Seite gefunden zu werden. Willst du beispielsweise unter branchenspezifischen Suchbegriffen, verschiedenen Leistungen und Lösungen gefunden werden, wirst du mit einem One-Pager höchstwahrscheinlich nicht erfolgreich. Denn meist werden solche Webseiten zu einem Thema gut indexiert (bspw. der Branche), mit anderen Themen (z.B. den Leistungen) erreichen sie aber kaum die Seite 1 in Google. In diesem Fall rate ich dazu, Keywords nach Themenbereichen zu gruppieren und auf verschiedene URLs mit langen Inhalten zu verteilen – also keinen One-Pager, sondern mehrere Long-Pager einzusetzen.

Um zwischen den Seiten bzw. URLs zu wechseln, braucht es dann genauso eine Navigation, wie um innerhalb einer Seite von Sektion zu Sektion zu navigieren.

Navigation

Durch eine lange Webseite nur mit Scrollen und Überfliegen der Inhalte zu navigieren ist für viele Nutzer zu umständlich. Das Risiko, dass sie genervt abspringen, ist höher als die Chance, dass sie länger auf der Seite verweilen. Stelle also sicher, dass deine Besucher zwischen den Sektionen oder Überschriften navigieren können. Du kannst dabei auf eine klassische horizontale Navigation oben in deiner Seite setzen, oder auf ein vertikales Menü links. Beide Menüs sollten fixiert werden, damit sie auch beim Scrollen im Sichtbereich der Nutzer bleiben.

Hast du nicht nur eine URL, sondern willst neben der Sektions- oder Überschriften-Navigation auch noch auf andere Seiten navigieren lassen, empfehle ich dir meinen Artikel zur Webseitennavigation bei Dr.Web.

Zusätzlich empfehle ich dir jeden Menüpunkt auf ein klares Wort zu limitieren. Mehr als ein Wort reduziert die Übersichtlichkeit und erhöht die Komplexität deiner Seite unnötig. Webseiten sollten ja immer sofort intuitiv verstanden werden. Diese Reduktion hilft vor allem auch beim Ansteuern von Unterseiten und Überschriften (h2 oder h3) direkt aus den Google Suchergebnissen – den sogenannten Sitelinks.

Sitelinks in Google Suchergebnissen
Sitelinks unter der Meta-Beschreibung – Screenshot aus Google

Conversions

Apropos Navigation: Da Google Analytics wie die meisten anderen Statistiktools nur schwer aufzeichnen können, was innerhalb einer URL passiert, da die Daten ja meist verschlüsselt übertragen werden, sollten wichtige Conversions und Ziele wie Kontaktrubriken und Formulare mit extra Tracking Codes versehen oder auf separate URLs ausgelagert werden.

Um die Conversionrate zu erhöhen, empfehle ich dir im zuerst sichtbaren Teil der Seite (engl. above the fold-Bereich – innerhalb der ersten 600px) auf Angebotsseiten stets folgende Informationen darzustellen:

  • „Elevator Pitch“: Ein oder mehrere kurze Sätze, welche die Alleinstellungsmerkmale  aufzeigen;
  • Das Gesamtergebnis von Kundenbewertungen oder Gütesigel;
  • Weitere verkaufsrelevante Informationen zum Service, Support, Versand.

Alle Thesen sollten dann im Inhalt bestätigt werden.

Inhalte

Beschreibe in deinen Texten knackig aber umfangreich deine Angebote, denn im Schnitt ist eine top-10-Seite in den Desktop-Suchergebnissen von Google rund 1.500 Wörter lang. In mobilen Suchergebnissen nur 1.000 Wörter. Damit deine Texte niemanden abschrecken, sollten sie in übersichtliche Absätze unterteilt und mit Zwischenüberschriften betitelt werden. Eine Überschrift und ein Absatz zusammen sollten dabei nicht länger sein als ein Smartphonedisplay (im Querformat).

Vermeide in den Texten Füllwörter und erkläre Fachbegriffe. Schreibe keine maschinell klingenden SEO Texte, sondern lasse dich von Methoden wie der WDF*IDF Analyse nur inspirieren, welche Begriffe im Inhalt auftauchen sollte. Neben diesen Begriffen solltest du den wichtigsten Suchbegriff – das Fokus-Keyword – in möglichst exakter Schreibweise in deinem Titel (der h1-Überschrift) erwähnen. Alternative Schreibweisen des Fokus-Keywords und weitere Suchbegriffe zum Thema tauchen dann idealerweise im Text auf.

Lasse außerdem deine Kunden und Leser zu Wort kommen: Ich hatte bereits erwähnt dass das Ergebnis von Kundenbewertungen in den above-the-fold-Bereich gehören. Dieses verlinkst du idealerweise mit den dazu passenden Kommentaren oder Zitaten. Hast du eine Website auf WordPress-Basis, kannst dafür auch das Bewertungsmodul unseres SEO Plugins einsetzen, welches die Kommentarfunktion im Bewertungen ergänzt und das Ergebnis durch automatisch strukturierte Daten in Form von Sternen direkt in die Google Suchergebnisse bringen kann.

Ankerlinks und Sternebewertungen in Google Suchergebnissen
Sternebewertungen und Ankerlinks als Sitelinks – Screenshot aus Google

Die Bewertungstexte verbessern die Relevanz deiner Seite, die Sterne erhöhen die Aufmerksamkeit in den Suchergebnissen. Dies führt zu besseren Klickraten, Verweildauer und Rankings.

Layoute außerdem deine Texte sinnvoll: Idealerweise hast du nur einspaltige Inhalte, da diese durch den Anspruch an die Optimierung für mobile Endgeräte entstehen („mobile first Ansatz“). Du kannst aber auch bis zu vierspaltig Inhalte layouten, wenn die Lesbarkeit dadurch auf Desktop-Geräten besser wird. Insbesondere bei Übersichtsseiten ist das meist sinnvoll. Bilder und Animationen helfen außerdem, Informationen zu visualisieren und Nutzer auf der Webseite zu halten.

Ich habe dir außerdem etwas Inspiration für holistisches Webdesign auf unserem Pinterest-Kanal zusammengestellt.

Medien

Je länger deine Inhalte werden, desto mehr Medien werden darin abgebildet. Dies kann dazu führen, dass deine Webseite sehr langsam wird. Da aber der Anspruch an schnelle Websites enorm gestiegen ist (unter 4 Sekunden Ladezeit ist Pflicht), solltest du alle Bilder zunächst im richtigen Format abspeichern:

  • Fotos sind im JPG-Format mit leicht bis stark reduzierter Qualität (60-80%) am besten;
  • Grafiken solltest du am besten im SVG-Format mit Vektoren speichern, da diese in praktisch allen Fällen die kleinsten Dateien sind und sich verlustfrei skalieren lassen. Wichtig bei der Verwendung von Text in SVG-Grafiken ist, dass dieser in einer Webfont (Schriftart deiner Webseite) eingestellt ist, oder dieser vektorisiert wird. Alternativ kannst du bei Grafiken auch mit PNG in 8 Bit oder GIF in reduzierter Farbzahl experimentieren.

Vor dem Upload sollten alle JPG-, PNG-, GIF-, JavaScript- und CSS-Dateien komprimieren werden. Wie das geht, verrate ich dir in meiner Anleitung zur Performance Optimierung. Bilder und Inhalte per LazyLoad Funktion erst dann zu laden, wenn sie in den sichtbaren Bereich einer Seite kommen, kann übrigens dazu führen, dass diese nicht von Google wahrgenommen werden. Das gleiche gilt für versteckte Slider-Elemente und Accordion-Inhalte. Deswegen sollten wichtige Informationen nie in solchen Elementen oder Funktionen versteckt sein.

Videos würde ich übrigens immer an YouTube auslagern, da diese dann auch zur Video SEO genutzt werden können. Über die YouTube-Schnittstelle des Mikrodaten-Moduls unseres SEO Plugins, lassen sich übrigens sehr einfach Videovorschauen in die Google Suchergebnisse bringen.

Fazit

Der Anspruch an umfangreiche Inhalte steigt zwar, allerdings birgt dies auch besondere Herausforderungen in der Benutzerfreundlichkeit und selbst dem Messen von Erfolgen. Und noch was: Vergesse in deinen Inhalten nie dein eigentliches Ziel und die Handlungsaufforderung.

➔ Willst du lernen, wie du deine Webseite und Suchmaschinenoptimierung ideal konzipierst, dann besuche mein SEO Seminar an der eMBIS Akademie, oder folge unserem Blog.

Hast du noch weitere Erfahrungen mit deinem One-Pager, Long-Pager oder deiner holistischen Seite gemacht? Dann teile sie hier mit uns!

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