Google Rankings

Google Ranking Faktoren – So tickt die Suchmaschine

Jedes Ergebnis von Google ist eine Art Bestenliste für Webseiten. Je höher man rankt (gelistet wird), desto besser ist die eigene Seite und desto mehr Besucher und potenzielle Kunden bekommt man ab. Denn wer in Google nach etwas sucht, hat in fast allen Fällen Informationsbedarf und in vielen Fällen auch Konsum- oder Einkaufsbedarf.

Gute SEO (SEO steht als Abkürzung für das englische Search Engine Optimization, also Suchmaschinenoptimierung) Rankings in Google wirken sich dementsprechend oft auch direkt auf den Umsatz aus. Das macht die Bewertungskriterien, sogenannte Google Ranking Faktoren für uns Marketer, Unternehmer und Blogger enorm wichtig – auch wenn sie offiziell unter Verschluss gehalten werden.

Das Wichtigste vorweg

Die Verlierer von Google Updates

Die Verlierer von Google Updates sind meist Webseiten, die einfach nicht genug Mehrwert im Vergleich zu ihren Wettbewerbern anbieten. Mehrwert, das lernen wir später, wird unter anderem anhand einmaliger Inhalte (engl. Content) gemessen.

Abgesehen davon, werden durch neue Updates der Suchmaschine immer wieder Seiten abgestraft, die sich nicht an die Regeln halten und auf unkonventionellem Weg versuchen sich hochzutricksen. Zum sogenannten “Spam”, den Google immer weiter aus den Suchergebnissen herausfiltern zählen primär Seiten, die

  • einzelne oder massenhaft Links einkaufen, ohne sie als Werbung zu markieren.
  • unsichtbare Inhalte verwenden, die nur der Suchmaschine aber nicht den Besuchern angezeigt werden, um Google auszutricksen – das betrifft aber nicht die Metadaten, die zum akzeptierten unsichtbaren Content zählen.
  • die mit Malware (Viren, Trojaner, Phishing Angebote) infiziert sind, nicht jungendfreien Content darstellen oder in anderer ähnlicher Form von der “braven Norm” abweichen.

Wirkungslose (ex-) Ranking Faktoren

Außerdem möchte ich das teils immer noch genannte Keyword nennen. Obwohl der einzelne Suchbegriff schon vor einigen Jahren dem Kontext der Inhalte (engl. Content) gewichen ist (mehr dazu später), klammern sich nach wie vor vermeintliche Marketing-Experten daran, dass das Keyword immer noch zu den Ranking Faktoren von Google gehört. Um’s kurz zu machen: dem ist nicht so. Ein Keyword im unsichtbaren Meta-Bereich einer Seite braucht niemand und wird auch von keiner relevanten Suchmaschine bewertet.

Die “Konkurrenz” mit Google AdWords Werbung

Oft wird mangelnde Sichtbarkeit oder Reichweite in der natürlichen Suche von Google durch Werbeanzeigen ausgeglichen. Diese Google AdWords-Anzeigen können aber nicht die natürlichen Suchergebnisse ersetzen, vielmehr “leben” sie in Symbiose damit: denn ohne Werbung keine Suchmaschine. Und ohne natürlichen – also nicht gekauften – Suchergebnissen keine Nachfrage. Google lebt also zugleich vom AdWords Umsatz und der Nachfrage nach nicht beworbenen, also qualitativ hochwertigen Ergebnissen.

Ständig experimentiert Google an einer effektiveren Vermarktung und Positionierung der AdWords Werbung. Allerdings klicken auch trotz der zuletzt entfernten AdWords Werbung aus der Seitenleiste nach wie vor deutlich weniger Nutzer auf die Werbung als auf die natürlichen Suchergebnisse (engl. Search Engines Results Pages oder kurz: SERPs):

Eyetracking Studie der Google SERPs Wahrnehmung
Quelle: Usability.de

Das soll aber nicht heißen, dass die Werbung in Google AdWords überflüssig oder redundant (doppelt gemoppelt) ist. Vielmehr sollte man beide Kanäle zum Marketing in der Suchmaschine nutzen: AdWords vor allem um dort zu erscheinen wo man noch nicht “natürlich” (durch die SEO) gefunden wird. Darüber hinaus kannst du durch Werbung und die damit gekaufte Reichweite deutlich schneller lernen, was gut läuft und wo noch SEO Optimierungspotenzial liegt.

Denn die AdWords Anzeigen werden nicht nur anhand des Budgets gemessen, sondern auch anhand von einem Qualitätsfaktor. Die Logik dahinter entspricht im groben der Relevanz-Bewertung für die SEO: sind die Anzeigen (“Snippets”) und die Ziel- oder Landingpage gut, können Anzeigen auch mit niedrigerem Budget als andere weiter oben erscheinen. So lässt sich also gemäß schneller lernen, was nicht so gut funktioniert. Im Englischen nennen wir das “fail faster” (dt. “schneller scheitern”). Dadurch kannst du eben auch schneller erfahren, was zu verbessern ist und dir somit Lehrgeld sparen, dass du ansonsten durch’s Warten auf den SEO Erfolg investieren müsstest. Teilweise lohnt sich dieser Ansatz, durch Werbung “best practice” zu erfahren, also mehr als nur die Ergebnisse der Suchmaschinenoptimierung abzuwarten.

Somit hat die Google AdWords Werbung auch einen positiven Effekt auf die Suchmaschinenrankings, aber eben nur indirekt, wenn man daraus lernt.

Nun zu den Google Ranking Faktoren

So tickt Google

Die Aufgabe der Suchmaschine ist möglichst relevante Ergebnisse auszuliefern. Nur wenn die Ergebnisse gut sind, kommen Nutzer wieder und klicken auch auf die Werbung.

Wer also ein bisschen nachdenkt wird zu der Erkenntnis kommen, dass der Haupt Erfolgsfaktor jeder Suchmaschinenoptimierung nicht in den einzelnen Ranking-Faktoren, sondern in der Individualität vom eigenen Content und der Nutzerorientierung liegt (darüber habe ich übrigens auch schon beim Searchmetrics Summit 2015 einen Vortrag gehalten). Wer seine Zielgruppe versteht, strukturiert und kreativ ist, wird Erfolg in der Google SEO haben:

  • Die Kreativität braucht man, um echten Mehrwert zum Wettbewerb zu entwickeln. Man kann sich dabei von allen möglichen Sachen inspirieren lassen und sollte nicht immer nur darauf schauen, was die Anderen machen (ich hätte jetzt ja auch einen Beitrag über die konkreten Ranking-Faktoren schreiben können). Die Kreativität bezieht sich auf’s Design und den Content.
  • Das Verständnis braucht man, um den Bedarf seiner Zielgruppe zu verstehen und in den Dialog mit ihr gehen zu können. Klar, man sollte natürlich auch mal die Ranking-Faktoren verstehen, aber im Vordergrund steht immer der Mensch. Das Betrifft erneut den Content aber auch die Benutzerfreundlichkeit der Seite.
  • Struktur ist wichtig, damit die Zielgruppe und Google den Content auch interpretieren können (Sender – Empfänger Prinzip). Das beginnt beim einzelnen Absatz im Text / Content und endet bei der technischen Aufbereitung einer E-Mail- und Warenkorb- Bestätigungsseite.

Es geht also um Nutzerfreundlichkeit und Vertrauen

Indem du also echten, d.h. einmaligen und nützlichen Mehrwert für deine Zielgruppe schaffst, bietest du deinen Nutzern und Google guten Grund, dich und deine Seite ernst zu nehmen. Die Suchmaschine kann dadurch einmalige und gute Suchergebnisse ausgeben (also keine Kopien oder sogenannten “Duplicate Content”) und die Website-Besucher bleiben länger auf deiner Seite. Im Idealfall empfehlen sie den Content auch noch über ihre eigenen Kommunikationskanäle wie Social Media und per E-Mail weiter. Du verbesserst also mit guten Content auch deine Reputation und Reichweite im Netz.

Baust du fortlaufend diesen Mehrwert auf, kannst du für deine Domain eine Art Vertrauensstellung erreichen und tust dir zukünftig immer leichter bei der Optimierung, als wenn du von Null auf ohne Vertrauen in Google ranken willst. Aus diesem Grund ist auch die Domainauswahl bzw. die Beständigkeit der Domain sowie der Inhalte ein wichtiger Faktor zur Google SEO. Wir nennen dies Konsistenz oder Autorität.

4 Quellen für Ranking Faktoren

Natürlich gibt’s aber auch einige “echte” Fakten bei der SEO zu beachten: Insgesamt sind etwa 100-200 Rankingfaktoren in der SEO Szene bekannt. Diese Zahl schwankt aber sehr, da Google nicht alle Faktoren offenlegt. Einige der Ranking Faktoren und “Nicht Rankingfaktoren” benennt aber der Google Mitarbeiter und ex-Head of Web Spam Matt Cutts (meine Empfehlung ihm zu folgen!) auf seiner Google+-Seite. Weitere Faktoren werden durch Testing ermittelt.

Um hier nun aber eben nicht einen erneuten Abklatsch der Inhalte und Erkenntnisse anderer zu bieten, möcht’ ich dir hier drei weitere Quellen empfehlen, um Google Ranking Faktoren nachzulesen:

  • Searchmetrics: das SEO Tool ist schon großartig und die Firma ist auch noch super smart und kreativ – die haben sogar ein Ranking-Faktoren Kartenspiel. Die Ranking-Faktoren von Searchmetrics sind verlässlich, da faktenorientiert, aber weniger was zum mal schnell recherchieren, sondern vielmehr als Lektüre und Poster geeignet.
  • NORTHCUTT: zwar in Englisch aber dafür interaktiv, mit einer zusätzlichen Bewertung von Mythen und Fakten. Sie eigenen sich am besten für konkrete Recherchen.
  • Link Assistant: kurz und prägnant die 13 wichtigsten Ranking Faktoren in richtiger Dosierung.

Es ist natürlich großartig, dass SEO-Tool Anbieter und SEO Agenturen diese Daten liefern, aber schnell tritt auch Ernüchterung auf: denn was will man als Nicht-Berater, Nicht-Techniker, Nicht-täglicher Anwender mit all den Daten?

Ganz richtig, eigentlich bringen solche SEO Rankingfaktoren-Listen relativ wenig. Denn im Prinzip braucht man nur verstehen wie Google tickt, um den Weg der Suchmaschinenoptimierung zu ebenen (den Rest machen dann eh die Experten und die SEO Tools).

Deswegen möchte ich dir auf dieser Seite (also meine dritte Empfehlung) noch einen ganz entscheidenden Gedanken zu den Google Ranking-Faktoren erklären.

Die wichtigsten SEO Ranking Faktoren

Egal welche Quelle man untersucht, man wird zur Suchmaschinenoptimierung immer auf die folgenden Ranking Faktoren kommen:

  1. Onpage Optimierung
    • Einfache Benutzerfreundlichkeit der Seite, damit sich Nutzer wie Suchmaschinen immer zurecht finden – sowohl auf dem Desktop als auch auf mobilen Endgeräten (Smartphones und Tablet PCs). Im mobilen Bereich gibt’s übrigens die bekanntesten Google Updates. Das kommt daher, dass mittlerweile über die Hälfte der Internetzugriffe über mobile Endgeräte stattfindet und somit der mobile Traffic bzw. die Besucher über mobile “Devices” für alle Webseitenbetreiber – auch im B2B-Bereich – sehr ernst zu nehmen ist.
    • Korrekte und ansprechende Metadaten (wie gesagt, ohne Keywords).
    • Schnelle Ladezeiten der Seite, damit alle Inhalte schnell verfügbar und die Wartezeit so gering wie möglich ist:

      SEO Speed
      Quelle: Searchmetrics
    • Inhaltliche Konsistenz und thematisch relevante Informationen, damit Nutzer all das finden, was sie suchen; Das zeigt übrigens auch eine Analyse der am besten rankenden Seiten in Google:
      Content Länge / Length Google Ranking
      Quelle: searchIQ

      Im Durchschnitt sind also die Top 10 SEO-Ergebnisse rund 2300 Wörter lang. Zum Vergleich: eine Din A4-Seite ist rund 300 Wörter lang. Entsprechend wichtig ist aber auch, nicht einfach nur ellenlange Bleiwüsten in den Site-Content zu packen, sondern diesen auch mit attraktiven Bilder, Absätzen und abwechslungsreichen Layouts aufzulockern und einfacher lesbar zu machen. Dazu sind auch sinnvolle interne Verlinkungen zwischen den einzelnen Website-Contents wichtig. Also durch Verlinkungen, die innerhalb der Texte eingebaut werden.

    • Verschlüsselung mit SSL, zum sicheren Surfen auf der Site.
    • Markantes Design, eigene Bildsprache und durchgehender Text Stil, um hervor zu stechen und schnell Wiedererkannt zu werden.
  2. Offpage Optimierung / Reputationsaufbau
    • Seriöse Backlinks mit echtem Traffic (Vertrauenswürdige Quellen, guter Content und Klicks darüber):

      Quelle: Searchmetrics
      Quelle: Searchmetrics
    • Echte Social Signals (Likes, Shares, Bewertungen und sonstige Reaktionen in sozialen Netzwerken).
    • Sonstige Erwähnungen (sog. “Mentions”), die nicht zwingend mit Links oder Hashtags zur eigenen Firma kombiniert werden. Sie werden auch als ”Brand Signals” oder Markenzeichen zur SEO Relevanz-Berechnung verwendet.

Optimierung ist immer auch mit Vorsicht zu genießen

Egal was man optimiert – ob Webseiten, Autos oder Prozesse – man muss immer die individuelle Situation prüfen und teilweise auch Maßnahmen ausprobieren. Man macht dabei also positive wie negative Erfahrungen. Dieser Faktor spricht für mich vor allem für den Einsatz von SEO Tools wie unserem oder von SEO Beratern, die eben für möglichst viele unterschiedliche Fälle “best practices” auf Lager haben.

Denn unterm Strich müssen gute Inhalte, attraktives Design und echter Mehrwert auch gekonnt sein. Wer das nicht kann und bei der Konzeption einer Webseite zu sehr seine Wettbewerber einbezieht, riskiert nur einen billigen Abklatsch und eben keinen einmaligen Mehrwert der eigenen Seite zu entwickeln. Und das ist – wie schon gesagt – kaum Wert für die Google Ergebnisse.

Dieser “Anti SEO Erfolgsfaktor” kommt mir immer wieder unter, speziell bei Mitarbeitern großer Unternehmen. Und das kann eben auch zu Misserfolg führen.

Es gibt aber auch hier Ausnahmen: Wer eine bereits großartig etablierte Website, Blog oder Portal hat, der kann sogar durch “geklaute” Inhalte manchmal besser performen als die Quelle. Das ergeben Messungen bekannter SEO Experten.

Fazit

Ranking-Faktoren schön und gut. Wichtig ist aber die Logik zu verstehen. Ein hoher Anspruch an die eigene Internetpräsenz und Online Kommunikation ist meiner Meinung nach Grundlage Nummer 1, um erfolgreiches Suchmaschinenmarketing zu betreiben.