Typo 3, Joomla! und WordPress Logo

Die besten CMS im Vergleich: WordPress vs Joomla! vs TYPO3

Welches Website Redaktionssystem (engl. Content Management System) ist das Beste zum Relaunch und für's Corporate Blog? Statistik 2017, Empfehlungen & Ausblick für 2018.

WordPress, Joomla! und TYPO3 – das sind die drei in Deutschland am häufigsten eingesetzten Website Redaktionssysteme (engl. Content Management System, kurz: CMS) für Unternehmen. Über so ein „Betriebssystem“ lässt sich praktisch jede Website realisieren und  verwalten, doch zwischen den verschiedenen Anwendungen gibt es große Unterschiede.

In diesem CMS-Vergleich beleuchte ich die Programmierung, Ausstattung, Programmieraufwand, Aufbau, Bedienbarkeit, Sicherheit und Design der drei bekannten Redaktionssysteme. Bevor ich mich jedoch dem eigentlichen Vergleich widme, möchte ich ein paar Fragen vorab stellen:

Was ist ein CMS?

Content Management Systeme (kurz: CMS) wie TYPO3, Joomla, Drupal oder WordPress, werden für die Erstellung und Verwaltung von Webseiteninhalten verwendet. CMS helfen Menschen ohne Programmierkenntnisse, Inhalte zu verwalten, moderieren und aktualisieren. Dabei werden die Informationen durch eine visuelle Oberfläche, dem sogenannten Editor oder Backend, in eine Datenbank eingegeben und mit Dateien auf dem Server kombiniert. Dateien können Bilder und Videos sein, sind aber immer Templateinformationen und Stylesheets. Das Template und Stylesheet ist für das eigentliche Design zuständig und führt die Informationen aus dem CMS, der Datenbank und dem Dateisystem zur Webseite, Blog, Shop oder Internetportal zusammen.

Bei WordPress wird das Template übrigens als Theme bezeichnet, da WordPress ursprünglich kein vollwertiges CMS sondern ein Weblog war. Mittlerweile ist WordPress aber ein vollwertiges Redaktionssystem.

Definition Weblog bzw. Blog

Bei einer Weblog-Software handelt es sich um ein spezielles Content Management System, das zur Erstellung, Änderung und Verwaltung eines Internetblogs bestimmt ist.

Eine Weblog-Software, die häufig auch als Weblog Publishing System oder Weblog-Publikationssystem (WPS) bezeichnet wird, unterscheidet sich durch spezifische Eigenschaften von anderen Content-Management-Systemen. So ist insbesondere eine sehr hohe Nutzerfreundlichkeit maßgeblich, sodass für das Verfassen eines Blogs keine oder lediglich geringfügige HTML-Kenntnisse erforderlich sind. Die User können eigenständig Templates konfigurieren oder bereits vorinstallierte Templates nutzen. Die Software ordnet jedem Eintrag einen bestimmten Permalink zu, sodass eine langfristige Erreichbarkeit der einzelnen Logs gesichert ist. Üblich sind ebenfalls eine Kommentarfunktion, die Ausgabe von Web- oder RSS-Feeds sowie die Unterstützung von Trackback-Pings.

Mit der steigenden Popularität von Internetblogs steigt auch die Anzahl der verfügbaren Weblog-Systeme. Es existieren sowohl kostenpflichtige als auch völlig kostenlose Versionen. Obwohl kostenfreie – meist Open Source – Software den meisten Nutzern gerecht werden dürfte, handelt es sich bei diesen in der Regel um Basisversionen, die einen im Vergleich zur Vollversion geringeren Funktionsumfang aufweisen.

Insbesondere Premiumversionen der klassischen WPS-Anbieter beinhalten heute diverse Zusatzfunktionen, die über das zur Führung eines Blogs erforderliche Maß hinausgehen. Gleichzeitig rüsten immer mehr „ganzheitliche“ Content-Management-Systeme auf und bieten zusätzliche Blog-Funktionen an. Die Grenzen zwischen reinem Weblog-System und generellen Content-Management-System verwischen daher zunehmend, sodass eine Abgrenzung aus technischer Perspektive nicht immer möglich ist. Entscheidend für eine Abgrenzung ist jeweils der Schwerpunkt des vom Programm bedienten Gebietes.

Die mit Abstand verbreitetste Weblog-Software ist WordPress. Laut Statistiken laufen heute (2017) 58,9 % aller Websites, die mit einem Content-Management-System erstellt wurden, mit diesem System. Bezogen auf sämtliche Websites im gesamten Internet sind das 27,8 %. Weitere bekannte Weblog-Systeme sind u. a. AntClick (von Antville), Textpattern, B2evolution, Serendipity, Drupal, Life Type, Nucleus CMS und Ghost. Daneben existieren auch Plattformen, welche die Führung eines eigenständigen Blogs ermöglichen. Derartige Blogging-Plattformen werden auch als „gehostete Lösung“ bezeichnet. Zu den bekanntesten Portalen dieser Art gehören hierbei Tumblr, WordPress.com (nicht zu verwechseln mit WordPress.org, der nicht gehosteten Open Source Software), Antville und Blogger.com.

Die hier vorgestellten Lösungen werden als Open-Source-Versionen (kostenlos) angeboten. Zudem kann man kostenlose oder kostenpflichtige Erweiterungen (Extensions) für die verschiedensten Zwecke erwerben. Es gibt aber auch kommerzielle CMS, die vor allem für den Einsatz in Konzernen gedacht sind.

In 2016 wurde der Begriff des „Headless CMS“ geprägt: dies ist eine andere Form von Website Redaktionssystem, bei der auf das Template verzichtet wird. Hier gibt es nur das Backend zur Verwaltung der Inhalte. Die Inhalte werden dann über eine Schnittstelle (engl. Applications Programming Interface, kurz API) an eine oder mehrere Webseiten ausgegeben. Headless CMS eignen sich somit vor allem für große Internetportale und Verlage, kaum für reguläre Blogs, Webseiten oder Online Shops. Sie stellen also eine sehr spezielle Nische dar, die sich kaum als Stand-Alone-Website nutzen lassen.

Brauche ich das?

Ein Content Management System ist dann erforderlich, wenn Website-Inhalte mehr oder weniger regelmäßig aktualisiert werden sollen. Ist keine (häufige) Aktualisierung notwendig und können technische Ansprüche auch ohne CMS realisiert werden, kann darauf auch verzichtet werden.

Denn eine Webseite mit Redaktionssystem erfordert meistens mehr Setup- und Programmierarbeit sowie regelmäßige Wartung in Form von Updates. Sparst du dir die Kosten für das CMS, kannst du auch (ab und zu) einen Programmierer bzw. deine Agentur beschäftigen, um Inhalte aktualisieren zu lassen.

Es gibt aber Funktionen und Projekte, die sollten nicht ohne Redaktionssystem gelöst werden: ein Blog, Online Shop oder ein Internetportal. Darüber hinaus empfehle ich jedem Unternehmen, welches im Web aktiv kommuniziert, ein CMS. Denn der Prozess Inhalte über Programmierer oder Agenturen einzugeben ist einfach nicht effizient: der Verantwortliche, der die Inhalte erstellt, sollte sie ohne Umwege veröffentlichen können. Ansonsten erzeugt der Redaktionsprozess schnell hohe Kosten, da zusätzliche Abstimmungen und Kontrollen erforderlich sind.

Brauche ich ein Blog oder Shop?

Übrigens: Man braucht zur aktiven Online-Kommunikation nicht zwingend ein Blog. Man kann auch über Social Networks wie Facebook oder YouTube äußerst erfolgreich kommunizieren, ohne ein eigenes Blog zu betreiben. Vorteile der direkten Kommunikation über Social Media:

  • Kurzweiligere und häufigere Posts – Blogbeiträge sind meist deutlich länger und werden deswegen weniger häufig verfasst
  • Somit größeres Potenzial, schnell Reichweite über Social Netzworks aufzubauen
  • Geringere Initial- und Anschaffungskosten

Der große Nachteil der „bloglosen“ Online Kommunikation:

  • Man macht sich abhängig von Social Networks – geht eins den Bach runter, verliert man auch seine Follower und Fans (Beispiele: MySpace, Lokalisten, StudiVZ)
  • Man kann ausschließlich in Social Ads investieren, um Reichweite über die Kommunikation hinaus aufzubauen, und kann kaum weitere Werbeformen (z.B. Google AdWords und Affiliate-Marketing) nutzen

Das gleiche gilt für Online-Shops: Der Vorteil über einen fremden Shop wie Amazon, ebay oder Zalando zu verkaufen ist, dass dort bereits Kunden sind und man sich schneller auf einen exzellenten Auftritt sowie Service konzentrieren kann. Der Nachteil ist, dass man sich abhängig und unflexibel macht und teils hohe Verkaufsprovisionen abtreten muss.

Der beste Weg liegt meines Erachtens dazwischen: Man fährt seine online Kommunikation und E-Commerce-Aktivität zunächst über Social Networks und Marktplätze hoch, baut aber parallel ein eigenes Blog und Website auf. Von Anfang an sollte es möglich sein, Nutzer der fremden Plattformen (sog. earned media) auf die eigenen Kanäle (sog. owned media) zu konvertieren/ übertragen. Damit stellt man sicher, dass man nicht völlig abhängig wird und zukünftig die Leser und Kunden wieder erreicht. Dafür ist ein funktionierendes E-Mail-Marketing ggf. in Verbindung mit einem CRM-System erforderlich.

Wann ist ein CMS-Wechsel ratsam?

Grundsätzlich rate ich nur dann zum Wechsel des Redaktionssystems, wenn das bisherige CMS an (Prozess-) technische Grenzen stößt. Funktioniert das bisherige Content Management System und sind alle Pläne darauf realisierbar, würde ich kein CMS Wechsel vornehmen – gemäß dem Grundsatz „never touch a running system“. Hier empfiehlt sich eher ein regelmäßiges Redesign bzw. eine Designoptimierung alle 2-3 Jahre (das entspricht der Halbwertszeit einer Webseite).

Der CMS Wechsel ist recht aufwändig: Inhalte, Strukturen und Bilder müssen vom alten CMS in das Neue gebracht werden. Es gibt viele Fallstricke wie dadurch entstehende tote Links oder auch die Umgewöhnung der Redaktion, die beim Website-Relaunch auf ein anderes Redaktionssystem berücksichtigt werden müssen. Es gibt Agenturen und Anbieter, die sich auf CMS-Wechsel spezialisiert haben und idealerweise sowohl das alte als auch das neue Redaktionssystem kennen. Ein CMS-Wechsel ohne Kenntnisse empfehle ich nicht: hier sind die Risiken eines Google-Rankingverlustes zu groß.

CMS-Verbreitung

Oft werden CM-Systeme von großen Communities getragen und ständig weiterentwickelt. Das mit Abstand am weitesten verbreitete CMS 2017 war WordPress: Ich denke, dass dies auch 2018 so bleiben wird.

WordPress Joomla! Drupal Magento Blogger TYPO3
59,7% (⬆0,9% im Vergleich zu 2016) 6,7% (⬆0,3%) 4,7% (⬇0,2%) 2,4% (⬇0,5%) 2,7% (⬇0,8%) 1,5% (+/-0%)

Da ich mich mit WordPress, Joomla! und TYPO3 gut auskenne, beleuchte ich in diesem Beitrag nur diese 3 CMS. Mit Drupal, Magento und Blogger kenne ich mich nicht genug aus, um einen anständigen Vergleich zu ziehen. Die Marktanteile von Drupal, Magento und Blogger sinken aber ohnehin, sodass ich deren Zukunftsaussichten gefährdet sehe.

Blogger ist übrigens das CMS bzw. Blog-System von Google. Es ähnelt WordPress, kann aber im Gegensatz zu dem Open Source System nur auf der Plattform von Google gehostet werden. WordPress.com ist auch so eine gehostete Umgebung, allerdings kenne ich bisher kein Unternehmen und kein professionelles Blog, welche darauf setzen. Vielmehr setzen Webseitenbetreiber und Blogger auf die Open-Source-Lösung WordPress.org, die auf einem eigenen Server Provider gehostet werden kann.

Großer Vorteil der so hohen Verbreitung von WordPress ist (also), dass es extrem viele Entwickler gibt, die sich mit dem Redaktionssystem auseinandersetzen, es bedienen können und entsprechend schnell weiter entwickelt wird. Andere CMS können nicht von so einer großen und aktiven Community profitieren wie WordPress (kurz: WP).

Administration

Die Ursache in der großen Verbreitung von WordPress ist die extrem einfache Bedienung. Praktisch ohne Fachwissen kann so eine Seite eingerichtet und betrieben werden. Als ich DELUCKS noch als Internetagentur betrieben habe, haben wir unseren Kunden mit einem 20-Minütigem Coaching Video die gesamte Website Bedienung erklärt. Klar ist man dadurch noch kein WordPress-Profi, aber Inhalte und Menüs kann man dadurch schon bearbeiten. Bei den anderen CMS würde ich dafür mindestens einen 1-2 tägigen Workshop einplanen.

WP ist heute so flexibel, dass man praktisch alle Inhalte per „Drag and Drop“ bearbeiten kann. Dies wird vor allem mit visuellen Editoren wie dem Visual Composer (kostenpflichtiges Plugin) oder Elementor (kostenlose Alternative) realisiert. In 2018 führt WordPress außerdem den Gutenberg-Editor ein, der schon 2017 als Beta verfügbar ist und ähnlich wie Elementor funktioniert.

WordPress Gutenberg Editor
Screenshot aus WordPress Gutenberg-Editor

Bei der Einführung in TYPO3 sollte man als „Normalsterblicher“ dagegen einen mehrstündigen Kurs mit einplanen, um die Komplexität des Systems zu erlernen. Durch das Framework „Neos“ kann sich TYPO3 ebenfalls per Drag and Drop bedienen lassen.

typo3 neos editor
Screenshot aus TYPO3 Neos Demo
Benutzer: admin
Passwort: demo123

Joomla! hat mit dem SP Page Builder auch eine kostenpflichtige Erweiterung zur visuellen Bearbeitung von Inhalten im Angebot. Außerdem ist Joomla! von der Menü-Logik ähnlich einfach zu bedienen wie WordPress. Jedoch kann die große Menge an Eingabefeldern ebenso schnell verwirren, wie bei einem stark erweiterten WordPress- oder Typo3-System, insofern ist auch hier ein Coaching Pflicht.

joomla sp page builder
Screenshot aus Joomlas SP Page Builder Demo

WordPress ist also in Sachen Bedienung mit Joomla! gleich auf: beide System lassen sich auch ohne umfangreiches Fachwissen innerhalb kürzester Zeit erlernen und somit sehr einfach bedienen. Leider besitzen aber beide Systeme noch keinen voll integrierten visuellen Editor wie TYPO3 (bei WordPress kommt er 2018).

CMS-Aufbau

Bei WordPress und Joomla! hat man im Backend (= Administrationsmodus) Seiten und Artikel aus Kategorien, die man automatisch oder manuell im Menü platzieren kann. Artikel und Seiten werden listenweise dargestellt und müssen nicht (!) der Menüstruktur entsprechen. Das kann ein Plus sein in Sachen Dynamisierung von Inhalten, kann aber auch als unübersichtlich empfunden werden.

In TYPO3 sind die Inhalte dagegen komplett als Baumdiagramm aufgebaut, wie man ihn aus Sitemaps von Websites kennt. Dies ist wesentlich logischer und übersichtlicher als in WordPress und in Joomla!, wenn man eine Website aus der klassischen Website-Perspektive mit einer hierarchischen Struktur betrachtet. Wenn man allerdings unterschiedliche Inhalte abhängig vom Menüpunkt mit einander kombinieren will, muss man in TYPO3 auf Erweiterungen setzen – hier haben WordPress und Joomla! mit nativen Funktionen die Nase vorn.

Programmierung

Sowohl WordPress als auch Joomla! und TYPO3 basieren auf der Programmiersprache PHP, welche Inhalte einer MySQL Datenbank visuell umwandelt. Mit zusätzlichem JavaScript- und CSS-Know How, das praktisch jeder Webentwickler hat, lassen sich fast alle Projekte realisieren.

Bei TYPO3 können Unternehmen alternativ auf eine PostgreSQL oder Oracle Datenbank setzen, dafür müssen hier Programmierer nicht nur die Besonderheiten des CMS kennen, sondern auch die Programmiersprache TypoScript beherrschen. Diese Zusatzanforderungen schlagen sich oft in höheren Stundensätzen als bei konventionellen Entwicklern nieder.

Um nicht für jede Funktion das Rad neu erfinden oder programmieren zu müssen, gibt es zahlreiche Erweiterungen (Komponenten, Module, Widgets oder Plugins genannt), welche man je nach OpenSource-Redaktionssystem integrieren und individualisieren kann.

  • WordPress ist vom Angebot her am größten, was auf die enorme Größe der Community zurückzuführen ist. Dadurch gibt es auch eine besonders große Gemeinschaft an Entwicklern, die ihre Erweiterungen oftmals kostenlos zur Verfügung stellen.
  • Bei Joomla! ist die Anzahl an Erweiterungen groß, bei TYPO3 ist sie allerdings schon überschaubar, da die beiden CMS primär für Corporate Websites, letzteres oftmals für große Mittelständler oder Konzerne kommerziell eingesetzt werden und deren Entwickler nicht so tauschfreudig mit ihrer Arbeit umgehen.
  • Durch die höhere Anzahl an Erweiterungen und besser ausgestatteten WordPress und Joomla! Redaktionssysteme (bspw. sind Blogfunktionen standardmäßig integriert) sind grundsätzlich weniger Individualisierungen zu treffen als bei einer TYPO3-Website.

Speziell bei Websites mit einer großen Anzahl an unterschiedlichen Moderatoren können jedoch TYPO3 und Joomla! punkten, da sie ein ausgereifteres Rechtesystem haben als WordPress. Bei letzterem muss man dies über (eigene) Erweiterungen abdecken, und hätte somit gegebenenfalls mehr Programmieraufwand.

Sicherheit

Grundsätzlich arbeiten alle Entwickler der gängigen CMS an der Sicherstellung der Systeme. Sicherheitsrelevant sind weniger die Systeme selbst als deren Erweiterungen, die relativ schnell geschrieben werden können und keiner Qualitätskontrolle unterliegen. Die Unterschiede in der Sicherheit der Erweiterungen sind marginal: Bei WordPress sind zu 80% die Erweiterungen für Schwachstellen von Webseiten verantwortlich, bei TYPO3 sind es 86%, dicht gefolgt von Joomla! mit 87% (Quelle: Bundesamt für für Sicherheit im Internet).

Trotzdem gibt es Unterschiede: Schwachstellen in der Code Ausführung, als Möglichkeiten für Angreifer, eigenen Code auf dem System auszuführen, sind besonders ein Problem von TYPO3 und Joomla!. Neben Cross-Site-Scripting (Schadcodes werden in/statt externen Programmteilen eingesetzt) und SQL-Injection (Angriffe auf die Datenbank-Kommunikation) sind dies die am weitesten verbreitetem Probleme von Content Management Systemen.

Design

Die gestalterische Umsetzung von Webseiten ist unabhängig vom Redaktionssystem. Insofern schenken sich die drei CMS grundsätzlich nichts in Sachen Design.

Ich möchte hier jedoch anmerken, dass es wesentlich mehr vorgefertigte Designs – sogenannte Templates oder Themes – für WordPress und Joomla! gibt, als für TYPO3. Das ist aber nicht unbedingt gut: Denn so schauen viele WordPress- und Joomla!-Webseiten sehr ähnlich oder fast schon gleich aus. Solche Templates sollte man aber nie ohne Individualisierung übernehmen, um Austauschbarkeit zu vermeiden.

Wenn der Anspruch an Individualität sehr hoch ist, macht ein eigenes Template mehr Sinn, als ein lizenziertes Theme. Jedem Unternehmen, das was auf sich hält, empfehle ich auf ein individuelles Design zu setzen und dies kontinuierlich weiterzuentwickeln und so einen bestmöglichen Wiedererkennungswert zu erreichen, anstatt austauschbar zu wirken. Nur bei low-budget-Projekten würde ich auf ein vorgefertigtes, lizenziertes Template setzen. Ich habe auf Pinterest etwas Inspiration zu Designtrends 2018 zusammengestellt:

web graphic design trends 2018
Screenshots aus Pinterest

Abgesehen von der Austauschbarkeit bergen vorgefertigte Templates noch weitere Risiken:

  • Sie sind meist überladen mit Funktionen und Styles, sodass sie langsame Ladezeiten bedeuten (schlecht für das Google-Ranking)
  • Wenn die Templateentwickler den Code ändern, bekommt man neue Einstellungen schwer mit. Funktionen und Darstellungen ändern sich unvorhersehbar und spontante Umprogrammierungen werden erforderlich
  • Selten sind vorgefertigte Templates richtig SEO-optimiert und oft haben diejenigen, die solche Themes einsetzen, keine Ahnung wie man eine Website konzipiert oder optimiert

Deswegen schauen TYPO3-Seiten meist professioneller aus als WordPress- oder Joomla!-Seiten. Da die Template-Entwicklung mit Typoscript aber recht aufwändig ist, dauert es meist auch länger, bis ein Redesign zur Debatte steht, und so kommt öfters ein verstaubter Eindruck bei TYPO3-Seiten in Erscheinung.

Ausblick

Doch wohin werden sich die gängigen Redaktionssysteme in der Zukunft entwickeln? Welches CMS ist 2018 und in den kommenden Jahren das erfolgsversprechende CMS? Es lassen sich drei eindeutige Trends festlegen:

  1. Einfache Redaktion und Aufbau
  2. Stabile Schnittstellen (zu CRM, E-Mail und Personalisierung)
  3. Flexible Gestaltung und Animation

Alle Faktoren können auf den genannten CMS umgesetzt werden.

Fazit

Grundsätzlich ist die Zukunft von WordPress im CMS-Vergleich am rosigsten, weil einfach die Verbreitung am größten und somit die Anzahl bestehender Plugins und Themes am höchsten ist. Die Masse an Anwendern und die extrem einfache Bedienung sind hierfür ausschlaggebend. Updates sind sehr einfach durchführbar und meist ohne Risiken. Nachteil sind die oft eher mäßigen Plugins und Themes, die nach Installation meist nochmal getestet und nicht selten umprogrammiert werden müssen oder zu Inkompatibilität führen. Der wachsende Marktanteil beweist die Zukunftsfähigkeit. Der kommende WordPress-Editor Gutenberg wird sich stärker als die bisherigen visuellen Editoren mit Neos & Co messen können.

TYPO3 zeichnet sich durch die hierarchische Struktur und einen sehr aufgeräumten Editor aus. Mit der Erweiterung „Neos“ lassen sich Inhalte per Drag and Drop bearbeiten. Da das System aber nur mit Kenntnis der hauseigenen Programmiersprache TypoScript umprogrammieren lässt, ist es meist kostenintensiver und somit schon weniger massetauglich als WordPress. TYPO3 macht vor allem dann Sinn, wenn es um sehr komplexe Projekte geht. Da TYPO3 in den letzten Jahren kaum gewachsen ist, gehe ich nicht davon aus, dass es sich in Zukunft ändern wird.

Bei Joomla! vereint die Welten aus WordPress (einfache Bedienung, Umprogrammierung ohne zusätzlichen Programmiersprache) und TYPO3 (Hierarchische Struktur). So wird sich das CMS auch weiterhin halten können. Dies zeigt auch das stetige Wachstum an, wenngleich es gering ist.

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