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WordPress multilingual mit WPML & Polylang

Mehrsprachige Webseiten, Shops und Blogs bringen dir meist schnell mehr Reichweite für dein Projekt, da es in Deutschland oft weniger Wettbewerb in anderen Sprachen gibt. Das kannst du als Chance wahrnehmen. Aber eine Übersetzung von WordPress ist nicht Ohne. Hier lernst du, wie's geht.

Als Vorbereitung zur Mehrsprachigkeit empfehle ich dir erst deine Seite in der Haupt- bzw. Muttersprache abgeschlossen zu haben. Denn sonst riskierst du bei der Übersetzung die Übersicht zu verlieren. Besser ist es noch, wenn du ein paar Monate nach Fertigstellung des Projekts damit wartest, bis du es multilingual einstellst, um vor der Übersetzung noch Erkenntnisse aus der ersten Erfolgsanalyse umzusetzen, bevor du später jedes Mal alle Sprachen anpassen musst, wenn du eine Optimierung vornimmst.

Und noch eine wichtige Info: Definieren vorab, für welche Regionen du deine Seite ausrichten willst und prüfe nach Freischaltung der Sprachen die regionale Ausrichtung mit diesem Tool. Die Übersetzungsplugins können nämlich deine Inhalte für bestimmte Länder ausrichten und somit auch für schlechtere Rankings in anderen Ländern sorgen.

Beispiel: Wenn deine Inhalte auf Deutsch sind, kannst du sie durch den Sprachcode „de-DE“ auf Deutschland ausrichten und somit in Österreich und der Schweiz abwerten. Willst du die beiden Nachbarländer aber ebenfalls ansprechen, musst du die Regionskennzeichnung entfernen. Das ist der zweite Teil des Sprachcodes. Für Deutschland, Österreich und Schweiz ist der korrekte Sprachcode „de“. Die wichtigsten Sprachcodes sind:

  • Deutsch: de
  • Deutsch-Deutschland: de-DE
  • Deutsch-Österreich: de-AT
  • Deutsch-Schweiz: de-CH
  • Englisch: en
  • Englisch-Großbritannien: en-UK
  • Englisch-Vereinigte Staaten: en-US

Egal welches Plugin du zur Übersetzung nutzt, achte bei der Einrichtung bitte auf diese Sprachcodes.

Es gibt meines Erachtens nur zwei wirklich sinnvolle Übersetzungsplugins für WordPress:

  • Polylang ist kostenlos aber leider recht inkompatibel zu anderen Plugins und Themes, somit eignet sich für primär für kleine (no budget) Projekte zum Ausprobieren.
  • WPML ist ein Premium Plugin und somit kostenpflichtig, funktioniert aber mit wesentlich mehr anderen Plugins und Themes als Polylang und ist für jede professionelle Übersetzung ideal.

Weil Polylang für mich einen netten kostenlosen Spielplatz darstellt, beginne ich diese Anleitung mit dem Tool. Wenn du aber direkt mit WPML einsteigen willst, überspringe den Teil am besten.

Polylang

Starte mit dem Download von Polylang über WordPress und/ oder installiere das Plugin direkt über die WordPress-interne Plugin-Suche. Nach der Installation rufst du zur Polylang-Einrichtung den Reiter Einstellungen / Sprachen auf.

Screenshot Polylang Einstellungen
Screenshot aus Polylang

In der linken Spalte unter „Neue Sprache Hinzufügen“ fügst du zunächst die Sprache hinzu, in welcher sich die bisherigen Inhalte befinden. Im Dropdown-Menu unter „Sprache auswählen“ kannst du unter vordefinierten Einstellungen für deine Region wählen, wie anfangs beschrieben.

Den Namen der Sprache und das Kürzel für die Sprachdatei solltest du danach nicht verändern. Gleiches gilt für den „Sprachcode“. Dieser wird durch Polylang so eingestellt, dass du darüber alle Nutzer erreichst, welche die eingestellte Sprache sprechen. Sprich es gibt von Haus aus keine regionale Einschränkung: Über deutsche Inhalte erreichst du grundsätzlich deutschsprachige Nutzer auf der ganzen Welt usw. Solltest du jedoch die Region einschränken wollen, folgst du nachher den Hinweisen zur regionalen Ausrichtung.

Anschließend geht ein Hinweis auf, die existierenden Inhalte mit der Sprache zu kennzeichnen. Das ist sehr wichtig, damit du den Überblick behältst. Übernimm also die Option und kennzeichne alle Inhalte mit der „Ausgangssprache“.

Dann fügst du weitere Sprachen hinzu. Ich empfehle dir jedoch immer nur eine Sprache hinzufügen, die Übersetzung abzuschließen und dann erst dann die nächste Sprache anzugehen, da das Ganze sehr viel Arbeit und Unübersichtlichkeit bedeuten kann.

Wichtig bei der Einstellung von Polylang

Sind die Sprachen eingerichtet solltest du in Polylang einen Blick auf den Reiter „Einstellungen“ und das Modul „URL-Veränderungen“ werfen. Denn hier liegt ein besonderes Risiko von Polylang begraben:

Screenshot Polylang URL Veränderung
Screenshot aus Polylang

Bei der Aktivierung mehrerer Sprachen werden in Polylang standardmäßig länderspezifische URL Ergänzungen vorgenommen, um direkt am Link zu erkennen, in welcher Sprache der Inhalt ist. Aus www.deinewebsite.de/hallo-welt wird dann beispielsweise www.deinewebsite.de/de/hallo-welt. Das ist bei neuen Inhalten in anderen Sprachen in Ordnung, kann aber bei der Umstellung deiner bisherigen Inhalte fatal sein:

Denn diese URL Umstellung führt in manchen Fällen zu toten Links auf deiner Seite und in praktisch allen Fällen zum „Backlinkwertverlust“. Soll heißen, Links die auf deine alte URLs zielen, ziehen nicht mehr (zu 100%), weil die Ziel URL nicht mehr exakt dieselbe ist wie früher. Die Konsequenz daraus: starke Verluste in der SEO Sichtbarkeit und damit Einbrüche der Reichweite deines Blogs.

Deswegen solltest du in den (erweiterten) Einstellungen von Polylang darauf achten, dass die Muttersprache eben keine URL-Erweiterung bekommt. Diesen Punkt kannst du jedoch missachten, wenn deine Website oder dein Blog auf einer neuen Domain aufgesetzt wird. WPML dagegen macht diese Einstellung von Haus aus nicht.

Um also zu verhindern, dass die Muttersprachen URLs keine Änderung erfahren, klickst du Polylang auf den Reiter Einstellungen und anschließend auf das URL-Veränderungen-Modul. Dort aktivierst du die Option „URL Informationen für die Standardsprache verstecken“ und übernimmst die Änderungen anschließend.

Nach der Einrichtung von Polylang beginnst du mit dem eigentlichen Übersetzungsprozess.

WPML

Hier kannst du das WPML Plugin lizenzieren. Nachdem du WPML lizensiert hast musst du es hochladen und installieren. Dazu gehst du auf Plugins / Installieren / Plugin hochladen.

Anschließend gehst du links im Menü auf WPML und folgst dem Installationsassistenten, indem du zunächst die (derzeitige) Hauptsprache wählst. Das ist die Sprache, in der deine Inhalte bisher eingerichtet sind (in der Regel Deutsch). Mit dieser Sprach-Einstellung werden alle existierenden Inhalte markiert.

Screenshot zum WPML Setup: 1. Schritt
Screenshot aus WPML

Im zweiten Schritt wählst du die Sprachen aus, in die du deine Seite übersetzen willst. Du kannst hier schon alle Sprachen auswählen, die für dich (später) in Betracht kommen, besser ist es aber mit einer Sprache zu beginnen und weitere später hinzuzufügen.

Screenshot aus WPML Setup: Schritt 2
Screenshot aus WPML

Dann kommst du in eine größere Übersichtsseite, in der du wählen kannst wo der Sprachumschalter hinzugefügt werden soll. Im Gegensatz zu Polylang machst du das bei WPML schon beim Einrichtungsprozess, kannst das aber später auch noch verändern.

Ich empfehle dir den Umschalter im Menü oder in einem Widget oben oder unten in deiner Seite einzubauen. Die restlichen Einstellungen – wie der Sprachschalter dargestellt wird oder was es sonst noch für Parameter gibt – solltest du erstmal so lassen und dann im Betrieb ausprobieren. Denn hier gibt’s x verschiedene Kombinationsmöglichkeiten, die sich unterschiedlich auf dein Web Design auswirken (und teils sehr blöd im Styling sind).

Screenshot aus WPML Setup: 3. Schritt
Screenshot aus WPML

Im letzten Schritt musst du WPML nur noch registrieren. Fertig mit der Vorbereitung.

Wichtig bei der Einstellung von WPML

Bevor du komplett fertig mit der Einrichtung bist, solltest du dir in den WPML Einstellungen (im Menü unter WPML Sprachen) noch den Punkt „Sprach-URL-Format“ ansehen:

Screenshot zu WPML Spracheinstellungen
Screenshot aus WPML

Ich empfehle dir hierzu statt der standardmäßigen Einstellung die Sprache als Parameter darzustellen besser die „Sprachen als Verzeichnisse anzuzeigen“. Dabei sollte jedoch die Funktion um das „Verzeichnis für Standardsprache [zu] benutzen“ deaktiviert bleiben, um keine toten Links bei der Umstellung auf Mehrsprachigkeit zu erhalten (siehe Polylang).

Nach der Einrichtung von WPML beginnst du mit dem eigentlichen Übersetzungsprozess.

Prozess

Nimm dir die Zeit um alle sichtbaren Übersetzungen zu prüfen. Nicht nur die Beiträge und Seiten sollten später passen, sondern auch alle im sichtbaren Bereich der Seite (sog. „Frontend“) dargestellten Informationen aus Plugins, Themes und Widgets.

Die mit Abstand wichtigste Einstellung ist die korrekte Verknüpfung zwischen dem ursprünglichen Inhalt und der Übersetzung(en). Sowohl WPML als auch Polylang blenden dazu bei der Inhaltsbearbeitung in der rechten Spalte ein Widget ein, mit dem sich die Sprachzuordnungen durchführen lassen.

Polylang Screenshot Übersetzung Bearbeitung
Screenshot aus Polylang
WPML Duplicate Screenshot
Screenshot WPML

In WPML kannst du darüber hinaus auch den aktuellen Inhalt duplizeren und ihn so als Grundlage für deine Übersetzung einrichten. Das ist vor allem dann praktisch, wenn du das Layout in die andere Sprache übernehmen willst.

Hast du einmal vergessen, eine Übersetzung hinzuzufügen, oder Probleme mit der Zuweisung, stellst du zunächst die richtige Inhaltssprache des Ausgangsinhalts (z.B. „Hello World“) ein und speicherst dann. Anschließend kannst du entweder direkt die Übersetzung zuweisen, indem du deren Titel eingibst. Funktioniert das noch nicht muss du über WordPress die Übersetzung raussuchen (z.B. „Hallo Welt“) und hier auch nochmal die „Ausgangs-Spracheinstellungen“ überprüfen.

Hierzu noch eine kleine „Iconlehre“:

Screenshot Polylang Icons
Screenshot aus Polylang
  • Mit dem Stift Icon bearbeitest du die Sprache, unter oder neben welcher das Icon steht.
  • Das Haken Symbol bedeutet, dass der Inhalt übersetzt ist. Klickst du darauf, bearbeitest du den ursprünglichen Inhalt.
  • Steht in einer Spalte ein Plus-Symbol, fehlt die entsprechende Übersetzung. Klickst du drauf, legst du einen neuen Inhalt an, der mit dem ursprünglichen Inhalt automatisch verknüpft ist.

Damit die Übersetzung übersichtlicher für dich ist, kannst du auch über den Sprachfilter im Menü oben nur die Inhalte einer Sprache anzeigen lassen.

Übersetzer

Ich beauftrage bei meinen Übersetzungen am liebsten TEXTKING. Denn hier stimmt das Preis-Leistungsverhältnis und die Prozesse einfach. Du kannst aber auch bei WPML direkt Übersetzer beauftragen, was ich persönlich noch nicht ausprobiert habe.

Inhalte

Es ist nicht nötig jeden einzelnen Inhalt übersetzen zu lassen. Wenn du wie ich kaum englische Leser deiner Blogbeiträge hast, dann spar dir erstmal die Arbeit und fokussiere dich zunächst auf das, was du als wichtig empfindest. Es ist auch möglich ganze Menüpunkte rauszulassen. Nur bei der Startseite wird das schwierig ;-).

Fazit

WordPress mehrsprachig einzustellen ist zwar nicht schwer, aber den Überblick zu behalten anfangs schon. Stellst du’s richtig an, nimmst also das mehrsprachige Setup vor, übersetzt deine Inhalte und streust sie in allen Sprachen im Internet, wird dein Fleiß durch deutlich mehr Reichweite, besseres Image und oft bessere SEO Rankings belohnt.

Ein paar weitere Tipps habe ich in meinem Gastbeitrag „WordPress in mehreren Sprachen nutzen: So geht’s richtig“ auf BlogProjekt für dich bereitgestellt.

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