Gut?enberg
Am 19. November wird mit der WordPress 5.0 Version der neue Gutenberg-Editor eingeführt. Er verspricht eine sehr einfache Bedienung mehrspaltiger und multimedialer Inhalte. Doch er hat auch Nachteile.

Am 19. November wird mit der WordPress 5.0 Version der neue Gutenberg-Editor eingeführt. Er verspricht eine sehr einfache Bedienung mehrspaltiger und multimedialer Inhalte. Doch er hat auch Nachteile.

Bevor ich auf die Vor- und Nachteile sowie auf Alternativen eingehe, empfehle ich dir einen Blick in die offizielle Gutenberg-Demo oder in unsere Gutenberg-Demo, damit du dir selber einen Eindruck verschaffen kannst.

Hintergrund

Wir setzen den Gutenberg-Editor schon seit vielen Monaten in unseren Projekten ein. Nicht nur aus Neugier und zu Kompatibilitätstests unseres SEO Plugins, sondern auch, weil es unserer Meinung nach noch keinen perfekten visuellen Editor in WordPress gibt. Es gibt zwar gute und einfach zu bedienende andere Editoren, allerdings bringen diese oft überladene Funktionen, langsame Ladezeiten und sehr verschachtelte Formatierungen mit. Der Gutenberg-Editor beschränkt sich dagegen in der Ausstattung auf die Basics: 

Es gibt keine Spalten in Spalten, keine starren Module und unnötige Slider (die sind nicht nur designtechnisch out, sondern auch langsam und auf mobilen Endgeräten meist ein Graus). Nein, es gibt nicht Mal Akkordeons und Toggles. Das kann man zwar auch als Nachteil sehen, jedoch verleiten weniger Funktionen dazu, mehr aus ihnen herauszuholen, statt sich mit unnötigen Features zu verzetteln. Der Fokus auf das Wesentliche ist immer besser als Spielereien und der Gutenberg macht richtig Spaß. Erst Recht mit unserem SEO Plugin und mit unserem neuen WordPress Theme.

Doch der Gutenberg-Editor hat nicht nur Vorteile.

Nachteile

Die Starke Reduzierung an Features kann – wie bereits erwähnt – sicherlich ein Nachteil sein. Ich empfinde das mit meinen leichten Programmierkenntnissen nicht so, aber viele normale WordPress-Nutzer wie Blogger, Unternehmer und Marketing-Experten ohne Prgrammierkenntnisse, können das anders sehen. 

Wo der Gutenberg aber klar an Grenzen stößt sind Einstellungen zur Responsivität und Animation: Elemente lassen sich überhaupt nicht ohne Code mobil reduzieren, ausblenden oder animieren. 

Darüber hinaus sind praktisch nur proportionale Einstellungen möglich. Das heißt, dass man bspw. immer nur gleich breite Spalten einstellen kann. Ein 2:1-Layout für Texte und Bilder, ein schicker Versatz von Inhalten oder einfach nur eine andere Ausrichtung (unten am Spaltenende) ist so leider nicht möglich.

Ein weiterer Nachteil sind die noch leider recht zahlreichen Fehler. So gibt es immer wieder JavaScript-Fehler, die zu Inkompatibilität mit anderen Plugins führt und wichtige Zusatzfunktionen, die Plugin-Autoren bis dato noch über sog. Meta-Boxen Inhalten anhängen können, können mit der neuen Version aus Mangel an Meta-Boxen gar nicht mehr einspielen. Da diese extrem wichtigen Felder rausfliegen und ein Kompatibel-Machen extrem aufwändig ist, wird es anfangs sicherlich eine ganze Menge an Plugins geben, die nicht WordPress 5.0 kompatibel sein werden oder nur dann, wenn man den Gutenberg manuell deaktiviert. Eine nachträgliche Installation des Gutenberg-Editors empfehle ich somit nicht oder nur nach intensivem Testing, sondern nur bei einem neuen Projekt. Ein absolutes No-Go des Gutenbergs kommt aber noch:

Der Gutenberg-Editor ist grundsätzlich nicht DSGVO-konform. Denn es wird ohne Zutun der Seitenbetreiber eine Google Schriftart im öffentlichen Bereich einer Website ausgespielt. Wer das nicht weiß und die Fonts nicht in der Datenschutzerklärung erwähnt, könnte ein Problem bekommen. Das ist zwar äußerst unwahrscheinlich, aber sicherlich ärgerlich und definitiv sehr kurzsichtig von den beteiligten Entwicklern gedacht. Deaktivieren kann man die Google Fonts nicht über den Editor, sondern nur über das Plugin Autoptimise.

Alternativen

Meine bevorzugte Alternative ist der WP Backery Composer (ehemals Visual Composer). Mit ihm lassen sich äußerst flexible Layouts bauen und er gleicht praktisch alle Nachteile des Gutenberg-Editors aus: Unterschiedliche Spaltenbreiten, einfache Animationen, mobiles Ausblenden – das löst man hier mit wenigen Klicks. Leider ist er jedoch überladen und somit nicht die Schnellste und am einfachsten zu lernende Lösung.

Ähnlich hält es sich mit dem Thrive Architect. Optisch und von der Usability empfinde ich ihn jedoch deutlich anspruchsloser als den Composer. Dafür gibt’s hier mehr Features, um Seiten zu testen. 

Elementor schlägt in die gleiche Kerbe wie Composer und Thrive, ist aber deutlich schicker. Das jedoch geht auf Kosten der Stylingoptionen. Denn diese findet man leider nur in recht versteckten Tabs. 

Eine sehr starre aber dafür kaum fehleranfällige Lösung sind die Advanced Custom Fields. Einige Agenturen, die ich kenne, arbeiten damit, um ihren Kunden einfache Eingabeformulare zur Contenteingabe bereitzustellen. 

Eine Sache haben Thrive, Elementor und Advanced Custom Fields noch gemeinsam: Man kann sie nicht gut im Administrationsmodus mit SEO-Analysen untersuchen und erweitern. Yoast beschränkt sich hier nur auf die Erstellung von Metadaten. Und auch wir haben uns die Zähne daran zerbissen. Seit der Einführung von Version 2 unseres Plugins können wir aber neben den Metadaten auch strukturierte Daten und Social Media Metadaten einfügen sowie mit der Textanalyse die Inhalte prüfen.

Fazit

Gutenberg ist für neue Projekte, Relaunches und Redesigns sicherlich eine sehr elegante, fokussierte und schnelle Lösung. Gut finde ich auch, dass er im Gegensatz zu den anderen Editoren dann Hauptbestandteil von WordPress und damit kostenlos ist.

Bestandsprojekte würde ich darauf aber in keinem Fall damit ausstatten. Dafür hat der Editor zu viele Kinderkrankheiten und Mankos gegenüber den anderen Editoren. Wie genau der neue Editor in WordPress 5.0 integriert und abschaltbar sein wird, bleibt abzuwarten. 

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