Meta Keywords
Hast du eine Keyword-Strategie? Ich recherchiere bei meinen Konzepten für alle wichtigen Inhalte eines Blogs, einer Website oder eines Shops die passenden Suchbegriffe, um davon die richtige Schreibweise und Maßnahmen abzuleiten. Und so geht's!

In vielen Fällen wird der Erfolg einer Suchmaschinenoptimierung anhand der Google-Rankings gemessen. Je nach Position, auf der deine Seite in den Suchergebnissen zu den relevanten Keywords (dt. Suchbegriffen) erscheint, desto mehr oder weniger Besucher bekommst du auf deine Seite:

  • 60% Klicks auf Position 1
  • 15% Klicks auf Position 2
  • 8% Klicks auf Position 3
  • 5% Klicks auf Position 4
  • 3% Klicks auf Position 5
  • 2% Klicks auf Position 6
  • 2% Klicks auf Position 7
  • 1% Klicks auf Position 8
  • 1% Klicks auf Position 9
  • 1% Klicks auf Position 10

Diese Werte basieren auf einer Studie von SISTRIX und besagen, dass uns in der SEO eigentlich nur Position 1-5 interessiert. Seite-1-Rankings – also unter die top-10 zu kommen, ist zwar auch schonmal ein Ziel, aber dafür gibt’s noch kaum Klicks und Besucher. Aus Trafficsicht ist ein Seite-2-Ranking also völlig irrelevant.

Die Positionen in den Suchergebnissen, die du erreichen kannst, sind aber nur ein Indikator dafür, wieviel Besucher du erreichen kannst. Durch die sinnvolle Optimierung von Inhalten auf die Bedürfnisse der Nutzer kannst du aber auch bessere AdWords-, Social Media- und E-Mail-Erfolge erzielen. Ich habe dazu auch einen Kurs entwickelt, anhand dessen du SEO Texte schreiben lernen kannst.

Zunächst kommt es bei deiner SEO aber auf eine sinnvolle Keyword-Fokussierung an: Wenn du ein neues SEO-Projekt oder einen (Re-) Launch beginnst, ist eine Keyword-Recherche und -Konzeption dringend empfehlenswert. Denn sie hilft dir alle wichtigen Bereiche deiner Website, deines Blogs oder Shops so zu betiteln, wie die Nachfrage es verlangt. Aus SEO-Sicht gibt’s nämlich in Sachen Wording kaum Zufall und Phantasiewörter. Das soll nicht heißen, dass es gar keinen Raum für Kreativität gibt, aber für uns Suchmaschinenoptimierer zählt Performance vor Kunst.

Keyword-Recherche

Idealerweise lädst du dir erstmal eine Liste aller Ist-Keywords aus einem SEO-Analysetool wie SISTRIX herunter. Zusätzlich kannst du dir auch noch die aktuellen Keywords und Rankings aus der Google Search Console herunterladen:

Google Search Console Keywords
Screenshot aus Google

Neue Suchbegriffe mit Infos zu Suchvolumen und Suchmaschinenwerbung findest du am besten mit dem KWFinder. Dieses Tool ist zwar kostenpflichtig, aber sehr einfach für jeden zu benutzen. Es verfügt auch über eine eingeschränkte kostenlose Version. Alternativ kannst du auch den Google AdWords Keyword-Planer nutzen. Allerdings benötigst du dafür ein Google Konto mit aktiven Werbekampagnen, sonst liefert dir der Keyword-Planner keine präzisen Daten zur Nachfrage, die du zur Priorisierung der Suchbegriffe brauchst.

Keyword-Arten

Anzahl Wörter1-22-3ab 3
FachbegriffShort HeadMiddle TailLong Tail
Relevanz fürDas EgoDen UmsatzDie Nutzer
Priorität312
Verwendung fürTaxonomien: Kategorien und SchlagwörterSeiten, Angebote und ProdukteBlogbeiträge, Portfolio und FAQ
BeispielWordPressWordPress SEO PluginWordPress SEO Anleitung

Ich priorisiere Suchbegriffe nach Anzahl der Wörter und wirtschaftlicher Relevanz. Dazu plane ich anschließend passende Maßnahmen:

Keyword-Strategien

Da „Ego“-Keywords sehr schwammig sind und eine Suche nach allgemeinen Begriffen oder Marken alles bedeuten kann (also nicht nur eine Suche nach deinen Angeboten, sondern bspw. auch zur Begriffsdefinition mit Wikipedia), haben sie für mich die geringste Priorität. Sie verfügen zwar meist eine sehr hohe Nachfrage, oft aber auch über einen hohen Wettbewerb. Das macht sie teuer in der Optimierung und Bewerbung, aber nicht unmöglich:

Um diese „Short Head“-Keywords zu optimieren, verlinke ich sie mit allen Inhalten mittels Schlagwörtern und Kategorien. Denn so kann ich ordentlich Link-Power darauf leiten (sog. „Link-Juice“). Dazu packe ich in ihre Beschreibungen etwa 50 Wörter lange Einleitungen, Begriffsdefinitionen oder -Abgrenzungen. Kurze Tabellen sind ebenso möglich. Denn damit kann man dann versuchen, in den Featured Snippets von Google zu erscheinen, die auf Position 0 (In Worten: Null) in der Suchmaschine erscheinen. Diese Einleitungen funktionieren auch für „Long Tail„-Suchanfragen, wie in diesem Beispiel:

Google-Suche Featured Snippets
Screenshot aus Google

Da WordPress im Gegensatz zu Joomla von Haus aus keine Verschlagwortung und Kategorisierung von Seiten zulässt, erweitere ich die Funktion mit dem Plugin Post Tags and Categories for Pages . Bei anderen CMS wie Typo3 greife ich auf Glossar-Extensions oder manuelle Verlinkungen zurück.

Ich finde es übrigens sehr schade, wenn Blogger, Webseiten- und Shopbetreiber auf ein Styling von Taxonomieseiten verzichten. Meist sieht man hier nur lieblos irgendwo etwas SEO-Text. Viel besser wäre es doch, wenn man Produkte, Beschreibung und Ratgeberinhalte wie in einem Magazin mischen würde. Das wäre auch ein starker SEO-Motor, denn mit mehr relevantem Inhalt und längerer Verweildauer lassen sich Rankings schön verbessern.

Kategorien und Schlagwörter werden dann bei bereits existierenden Seiten aufgeräumt und auf ein sinnvolles Maß reduziert. Unerfahrenen Autoren verbiete ich gerne das Anlegen neuer Taxonomien, um eine Vermüllung mit fast leeren Schlagwörtern und Kategorien zu vermeiden.

Umsatzrelevante Suchbegriffe und nutzerrelevante Suchbegriffe optimiere ich „klassisch“ über Metadaten, Texte, Menüführung und interne Links. Dabei beachte ich folgendes:

  • Da SEO nicht von heute auf morgen zieht, sondern gerne ein paar Monate braucht, um sich zu entwickeln, kompensiere ich bei umsatzrelevanten Suchbegriffen mangelnde Sichtbarkeit bzw. ausbaufähige Rankings meist mit Google AdWords-Werbung.
  • Nutzerrelevante Suchbegriffe bewerbe ich selten in Suchmaschinen, da ich hier durch online Pressearbeit (v.a. Gastbeiträge und Advertorials, also bezahlte redaktionelle Beiträge) und Social-Media-Marketing Reichweite aufbaue. Denkbar ist aber auch eine Bewerbung über bezahlte Leseempfehlungen wie z.B. über Outbrain (das nennt sich dann „Amplification“).

Die Detailplanung der inhaltlichen Optimierung mache ich dann von den Suchergebnissen ab.

Suchergebnisarten

Ich habe oben schon die Featured Snippets als eines der Ziele für die Keyword-Optimierung von Ego- und Long-Tail-Keywords erwähnt. Bei den Middle-Tail-Keywords gesellen sich noch ein paar weitere spezielle Suchergebnisse dazu:

Lokale Suchanfragen

Bei Keywords die einen lokalen Bezug haben, indem sie beispielsweise einen Städtenamen mit integriert haben oder von Google als lokal relevant eingestuft wurden (z.B. bei Dienstleistungen oder Branchenbezeichnungen), werden meist Google Maps-Ergebnisse ausgeliefert.

Google Sauna München
Screenshot aus Google

Zur lokalen SEO empfiehlt sich der Einsatz von strukturierten Daten für Unternehmen, wenn der Betrieb vor Ort ist. Strukturiere Daten oder Mikrodaten sind speziell hervorgehobene Informationen, die neben den Metadaten in der Google-Suche dargestellt werden. Die strukturierten Daten für Unternehmen werden übrigens ab der kommenden Version 1.6.4 unseres WordPress SEO Plugins nicht mehr seitenweit gepflegt, sondern nur noch auf einzelnen Inhaltsseiten, um den folgenden Fall zu verbessern:

Im konkreten Fall ist auf Position 3 das Phönix-Bad aus Ottobrunn „nur“ in der Nähe von München und mir das Risiko, durch Adressdaten außerhalb der Stadt von der lokalen Suche ausgeschlossen zu werden, zu hoch. In dem Fall arbeite ich nur mit den bereits genannten „normalen“ SEO-Werkzeugen im Content und der Menüführung. Strukturierte Daten für Unternehmen kann ich dann in die Kontaktseite packen.

Zusätzlich setze ich aber bei der lokalen Suchmaschinenoptimierung immer auf einen Eintrag im kostenlosen Branchenbuch Google MyBusiness. Da es dort aber tendenziell schwerer ist, positive Bewertungen aufzubauen, weil Nutzer sich dafür registrieren und mit Klarnamen äußern müssen, liegt mein Fokus beim Online-Reputationsaufbau auf eigenen Bewertungen. Dazu haben wir in unserem Plugin auch eine Bewertungsfunktion mit an Board.

Produktsuchen

Bei Produktsuchen mit Google-Shopping-Darstellung müssen wir deutlich mehr AdWords-Werbung einsetzen. Denn Google Shopping ist ein Werbeprogramm von AdWords. Hier kann man neben Produktbewertungen auch noch Anbieterbewertungen aus Trusted Shops, eKomi & Co mit implementieren, um Vertrauen bei potenziellen Kunden aufzubauen.

Darüber hinaus gibt es aber auch noch strukturierte Daten für Produkte, die genutzt werden sollten. Die meisten Shopsysteme haben die aber von Haus aus dabei.

Weitere Suchergebnisse

Es gibt noch eine große Menge weiterer Vorschauen, die Google je nach Suchbegriff und -Verhalten ausspielt. In der Google Search Gallery kannst du dir die folgenden Beispiele ansehen:

  • Bücher
  • Kurse
  • Termine/ Events
  • Stelleninserate
  • Musik
  • Podcasts
  • Videos

Soweit sinnvoll und möglich konzipiere oder kennzeichne ich entsprechende Inhalte. Zu den wichtigsten zählen für mich Videos. Leider hat Bewegtbild, das für Middle- bis Long-Tail-Keywords produziert wird, noch nicht den Weg in viele Marketingabteilungen gefunden, wenngleich die Videoproduktion dank Webcams und Smartphones leichter denn je geworden ist.

Deswegen setze ich als „Fallback“ (Zur Not) auch bei normalen Inhalten wie zum Beispiel Ratgeber-Inhalten auf Bewertungen. Diese orangenen Sterne sind einfach zu schön in den Suchergebnissen, um nicht darauf zu klicken ;-).

Wenn du strukturierte Daten erstmals einsetzt, solltest du sie mit dem Structured Data Testing Tool von Google validieren, um sicherzustellen, dass sie auch korrekt funktionieren.

Meta-Keywords

Abschließend möchte ich noch erwähnen, dass Keywords, die in den Metadaten auftauchen, keine Relevanz für die Suchmaschinenoptimierung haben. Nur wenn Keywords sinnvoll und nicht spammig im Meta-Titel, in der Meta-Beschreibung, im Inhalt (z.B. in Überschriften, in Auflistungen und im Fließtext) erscheinen, kannst du darüber auch Rankings erreichen.

Keyword-Links

Keywords können in externen Verlinkungen sehr hilfreich sein, wenn die verlinkenden Quellen thematisch passend sind und Nutzer, die darüber auf deine Seite kommen, positiv auf sie reagieren. Solche Links baust du hauptsächlich mit guten Inhalten im Content-Marketing auf.

Ich warne allerdings vor dem Tausch oder Einkauf von Verlinkungen, die Keywords enthalten. Diese Form des Link-Buildings ist hoch riskant: Wenn diese Verlinkungen nicht entwertet werden, so wie es die Google Webmaster Guidelines vorschreiben, ist eine Abstrafung (engl. Penalty) und der damit verbundene Verlust von Rankings fast schon vorprogrammiert.

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