Free Theme or Premium Template

Kostenloses oder Premium Theme

Möchtest du eine neue WordPress-Webseite entwickeln, einen Relaunch oder ein Redesign vornehmen? Dann brauchst du ein neues Design. Doch wie wählst du das richtige aus und ist ein Premium-Theme wirklich besser als ein kostenloses Template? Hier wirst du schlauer!

Es gibt tausende vorgefertigte Templates für die gängigen Website-Redaktionssysteme. Egal ob WordPress, Joomla oder Typo3 – gut ausschauen tun viele. Der Teufel steckt allerdings im Detail: denn du siehst oft nicht auf den ersten Blick, ob die Themes

  • schnell
  • funktional
  • individualisierbar

sind. Deswegen möchte ich dir mit diesem Beitrag eine kleine Einführung in die Welt der Templates geben.

Theme-Definition

Themes werden auch als Templates bezeichnet. Vor allem bei den Redaktionssystemen Joomla und Typo3 ist die Bezeichnung des Templates gängig. Bei WordPress dagegen sprechen wir vom Theme. WordPress ist übrigens das Website CMS mit der größten Auswahl an vorgefertigten Themes. Im Grunde ist es egal ob du vom Theme oder Template sprichst, jeder einigermaßen versierte Webseitenbetreiber wird dich verstehen, dass du (vorprogrammierte) Designs meinst.

Themes dienen als Schnittstelle zwischen dem Dateisystem auf dem Server und dem Redaktionssystem, womit die Inhalte und Einstellungen deiner Seite in einer (MySQL-)Datenbank bearbeitet und gespeichert werden. Dein Theme ist also für das Aussehen verantwortlich und fügt Dateien zum Design (sog. Stylesheets, PHP- und JavaScript-Dateien) mit deinen Inhalten zur fertigen Homepage, Blog oder Online Shop zusammen. Es ist also maßgeblich am Aussehen und der Bedienung deiner Seite verantwortlich. Die Kompatibilität des Themes ist auch für die Ladezeit und der SEO verantwortlich.

Es gibt drei Arten von Themes, die sich an unterschiedliche Ansprüche richten:

  1. kostenlose Themes
  2. kostenpflichtige „Premium Themes“
  3. individuelle Themes

Anforderungen

Bevor du dich auf die Suche nach einem geeigneten WordPress-Theme machst, solltest du dir eine Liste an Funktionen und Menüpunkten aufstellen, die du für nötig hältst.

Grundsätzlich halte ich die Benutzerfreundlichkeit im Frontend – dem sichtbaren Bereich – für am wichtigsten: Hier sollte deine Seite so einfach zu bedienen wie möglich sein. Am besten verzichtest du auf eine verschachtelte Menüführung sondern lieferst eindeutige Wege (Menüpunkte und Links), auf denen sich deine Nutzer bewegen sollen.

Aber auch die Benutzerfreundlichkeit im Backend – dem Administrationsmodus – ist wichtig, damit du und dein Team schnell ansprechende Inhalte entwickeln könnt.

Editoren

Hier bist du mit visuellen Editoren wie dem Visual Composer, Elementor oder dem neuen Gutenberg-Editor gut beraten. Letzter soll im Laufe des Jahres 2018 mit WordPress 5.0 erscheinen und die zwei vorherigen überflüssig machen. Ich glaube daran aber nicht sondern, dass der Gutenberg-Editor einen guten aber optionalen Ersatz darstellen wird – ähnlich wie NEOS bei Typo3.

SEO-Aspekte

Die SEO-freundlichkeit deines Themes wird übrigens vor allem durch die Geschwindigkeit und Mobil-freundlichkeit beeinflusst. Es kann aber auch zu Inkompatibilitäten bei den Metadaten kommen, wenn das Theme keine SEO Plugins berücksichtigt, sondern versucht, eigene SEO anzubieten – was oft in die Hose geht. Hier geht Probieren über Studieren: Ohne der Theme- und SEO-Plugin-Einrichtung kannst du kaum feststellen, ob ein vorgefertigtes Theme auch wirklich optimal läuft. In seltenen Fällen musst du etwas an deinem vorgefertigten Theme ändern, damit es SEO Plugin kompatibel ist.

Ein weiterer wichtiger SEO-Aspekt ist die Kommentarfunktion. Diese kann man nämlich wunderbar einsetzen, um Kunden-Bewertungen und Leserkommentare „einzufangen“ und so mit den begehrten Sternchen in den Google Suchergebnissen aufzutauchen und gegenüber klassischen Suchergebnissen hervorzustechen:

Google-Suche Featured Snippets

Weitere Anforderungn

Die wichtigsten technische Anforderungen habe ich in meinem t3n Beitrag zum Thema Relaunch beschrieben. Außerdem empfehle ich dir in Sachen Benutzerfreundlichkeit dieses Video und den passenden Blogbeitrag zur Navigation für lange Webseiten auf Dr.Web von mir:

Empfohlene Vorgehensweise

Vorweg: Alle Themearten – egal ob kostenlos, Premium oder individuell – können professionell entwickelt sein, müssen es aber nicht. Es gibt nämlich nur wenig Qualitätsstandards. Die Qualität eines Themes hängt von der Kompetenz und dem Budget der Theme-Programmierer ab. Ein gutes Theme schafft also den Spagat zwischen Individualität, den benötigten Funktionen und top Performance. Letztendlich muss es aber zu deinem Bedarf passen:

Damit du bei der Theme-Recherche einen objektiven Vergleich erhältst, empfehle ich dir vorher zu notieren, welche Funktionen du wirklich brauchst, was dir außerdem wichtig und was nice to have ist. Am besten schreibst du die Punkte in einer mehrspaltigen Tabelle runter und kreuzt dann die zutreffenden Argumente für jedes Theme, das in deine nähere Auswahl kommt, in einer Zeile an. Nimm dir also ausreichend Zeit für deine Recherche und nicht das erstbeste Theme.

Findest du kein Theme, welches exakt deinen Bedürfnissen entspricht, solltest du dir bewusst machen dass jede Individualisierung eines bestehenden Themes Zeit kostet (egal ob kostenloses oder Premium Theme). Je nach Qualität des Themes und Einstellungen kann das manchmal sogar so lange dauern, dass es einfacher ist ein eigenes Theme zu entwickeln. Denn Programmierer und Designer müssen sich erstmal in das Theme einarbeiten und das kann dauern.

Premium Themes

Premium Themes klingen zunächst gut, sind aber nicht pauschal besser als kostenlose: Sie können genauso Fehler haben wie ein kostenloses WordPress Theme, wie ich gerade schon erläutert habe.

Premium Themes bieten zwar in der Regel mehr Support als kostenlose Themes, allerdings entspricht dies nicht immer der konstruktiven Hilfe, die du manchmal brauchst und erwartest. Der Support bei Premium Themes ist oft genauso schlecht wie bei kostenlosen Themes.

So bietet beispielsweise das super erfolgreiche Enfold Theme nur ein Hilfeforum, aber keine Möglichkeit direkt Fragen zu stellen – obwohl du ja eigentlich ein „Premium“ Theme mit Support bezahlst. Mit einer derartigen Supportqualität können viele kostenlose Themes mithalten. Wenn das Theme nichts kostet kostet ist Support via Hilfe Forum auch in Ordnung, wenn schlechter Support aber was kosten soll, rate ich vom Premium Theme grundsätzlich ab.

Ein weiterer Knackpunkt von Premium Themes ist das „Premium“. Soll heißen: Fertige Templates, die kommerziell vermarktet werden, werden immer auf größtmögliche Flexibilität ausgerichtet, damit möglichst viele Seitenbetreiber sie einsetzen können und kaufen. Diese sogenannten „Multi Purpose Templates“ führen aber dazu, dass sie mit Funktionen vollgestopft werden und somit schwerer zu individualisieren sowie langsam sind. Oftmals ist es dann effizienter gleich mit einem leeren Template zu beginnen und das voll zu individualisieren, als irgendwas „von der Stange“ anzupassen.

Die besten Premium Themes habe ich übrigens immer bei themeforest und TemplateMonster gefunden.

Kostenlose Themes

Die beste Plattform für kostenlose Themes ist übrigens das offizielle WordPress Theme Directory.

Kostenlose Themes haben den Vorteil, meist sehr schlank und für sehr besonderen Bedarf entwickelt zu sein. Das macht sie einerseits oft schnell, andererseits aber auch unflexibel. Da es kaum Qualitätsstandards für kostenlose Themes gibt, downloadest du dir damit die Katze im Sack. Erst bei der Einrichtung wirst du sehen, wie gut das Theme geeignet ist.

Habe ich die Wahl zwischen einem präzise ausgerichteten kostenlosen Template oder einem Multi Purpose Premium Template würde ich mich immer für ersteres entscheiden. Einfach weil ein kostenloses Theme oft leichter zu Individualisieren und schneller ist. Im Zweifel sollte aber neben einem Funktionsabgleich ein Performance-Test vollzogen werden:

Prüfe mit Tools wie zum Beispiel den Google’s Page Speed Insights, ob die Themes, die du zur Auswahl stellst, als schnell interpretiert wird. Dazu öffnest du die Demo des Themes, schließt darin ggf. den Rahmen mit Kaufen Buttons und fügst dann die URL in den Page Speed Test ein.

Enfold Demo Screenshot
Vor den Tests solltest du den Frame entfernen (rechts oben), Screenshot von kriesi.at

Dieser sollte idealerweise mindestens 85 Punkte erreichen. Da die meisten Themes in der Vorschau noch nicht mit einem Cache (Zwischenspeicher) in Sachen Performance optimiert sind, reicht manchmal auch ein PageSpeed von 70 aus, um dann später mindestens 85 Punkte mit aktiviertem Zwischenspeicher zu erreichen.

Außerdem empfehle ich einen Test zur Darstellung auf mobilen Endgeräten (dem Smartphone): Mit dem Mobile Friendly Test von Google testest du, ob die Suchmaschine das „responsive Design“ auch als solches versteht. Das Theme sollte dann 100% „für Mobilgeräte optimiert“ sein. Teste deine Themes aber auch selber mit dem Smartphone, ob sie schnell und einfach zu bedienen sind.

Individuelle Themes

Individuelle Themes zu entwickeln ist kein Hexenwerk und du bist wesentlich flexibler in der Website-Konzeption, da du grundsätzlich keine technischen Limitierungen hast. Das heißt aber auch, dass ohne Programmierer und -Kosten hier wenig geht.

Der wichtigste Vorteil eines individuellen Themes liegt also schon im Adjektiv: es kann genau nach deinen Bedürfnissen gestaltet und entwickelt werden. Du kannst somit das Maximum and Individualität, Performance und Suchmaschinenoptimierung rausholen.

Meine Empfehlung geht immer klar zum individuellen Theme. Auch weil ich fast jedes vorgefertigte Theme als Massenware erkenne und es image-technisch als unvorteilhaft empfinde, wenn man sich im Internet unprofessionell präsentiert. Das ist dann wie eine der billigen Visitenkarten, die man „kostenlos“ von manch einer fragwürdigen Online Druckerei bekommt – schaut einfach unseriös und sch***** aus.

Idealerweise setzt du also auf ein individuelles Theme. Da ich mich technisch hauptsächlich im WordPress Rahmen bewege, habe ich hier noch eine Empfehlung für WordPress CMS – für andere Redaktionssysteme gibt’s aber einen ähnlichen Weg:

Am besten beginnst du auf Basis eines „blanko“ Themes wie underscores.me. Diese weitestgehend ungestylten Themes haben den Vorteil schon für WordPress optimiert und sehr schlank zu sein, sodass eine Individualisierung und Performance Optimierung deutlich leichter ist, als bei einem vorgefertigten WordPress Theme.

Fazit

Ob du auf ein kostenloses Theme, auf ein Premium Template oder auf ein individuelles Design setzt hängt von deinem Bedarf ab. Ich bin ein Fan von Individualität und würde mich immer für die letzte Option entscheiden, um nicht austauschbar zu wirken. Aber mir ist auch klar, dass es in manchen Fällen wirtschaftlicher ist, sich im Mainstream von fertigen Templates zu bewegen.

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